MUSEUM IM ZEHENTSTADEL

Scherer-Galerie und Heimatmuseum Reischenau

Der Bahnhof zu Dinkelscherben


Die „Maximilianbahn“ wie die Strecke Augsburg - Ulm genannt wurde, war ein Teil der 1851 geplanten Verbindung von Wien nach Paris. Im Zuge dieser Baumaßnahmen erhielt Dinkelscherben 1853 seinen Bahnhof.   Vieles hat sich seitdem verändert. Vom alten Bahnhof steht heute noch das Hauptgebäude, die Ladehalle und die Gastwirtschaft.

Bahnhof 1853.jpg

Zwei Personen waren anfangs für den Bahnbetrieb verantwortlich: der Bahnmeister (Betreuer des Streckenabschnittes) und der Expeditore (Fahrdienstleiter). Trotz der hochgeachteten Stellung dieser Beamten reichte der karge Lohn zum Leben nicht aus und so verwundert es nicht, dass für diese beiden Beamten ein Feld und ein Garten auf dem Bahngelände vorhanden waren, um den Nahrungsbedarf decken zu können.

Die Laderampe des Bahnhofes wurde ehemals mit Hilfe einer  Drehscheibe angefahren, da die Zungenweichen erst ab 1853 nach und nach eingeführt wurden. Vom nahegelegenen Brunnen auf der Hohen Reute wurde das Wasserhaus versorgt, das den Brunnen zum Betanken der Lokomotiven speiste. Aus einem Torfmagazin auf dem Gelände wurden anfangs die Lokomotiven mit Torf als Brennstoff versorgt, da Holz nicht mehr und Kohle noch nicht zur Verfügung standen.

Bahnhof Dinkelsherben.JPG

Zunehmender Schienenverkehr machte bereits 1892 den zweigleisigen Ausbau der Strecke notwendig.

Zwei Jahre später konnte auch die Strecke Dinkelscherben -  Thannhausen eröffnet werden. Nach 72 Jahren wurde sie am 24.9.1966 aus betrieblichen Gründen stillgelegt  und die Gleisanlage im Jahre 2007 abgebaut.  
 

Einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung bildete die Elektrifizierung der Strecke in den  Jahren 1933/35. Erst 1968 wurden die zwei vorhandenen Stellwerke durch vollautomatische Anlagen ersetzt. Die Einführung der Hochgeschwindigkeitszüge ab 1989 letztlich gaben dem Bahnhof sein heutiges Aussehen. Ein Fahrdienstleiter wird heute nicht mehr benötigt.

Untrennbar verbunden mit dem Bahnhof Dinkelscherben ist die Erinnerung an  das große Eisenbahnunglück von 1928 mit 19 Toten und vielen Schwerverletzten, das durch einen technischen Defekt bei der Weichen- und Signalsteuerung verursacht wurde.

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