MUSEUM IM ZEHENTSTADEL

Scherer-Galerie und Heimatmuseum Reischenau

Der Weiler Siefenwang


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Der Name Siefenwang taucht im 12. Jahrhundert auf. Die älteste Namensform lautet „Siphenuanc“, auch Siphenwank (1180). Um 1316 erscheint der Name „Siffenwanch“ und 1750 lesen wir „Siffenwang“. Der Name bedeutet „Siedlung in der nassen Au“. Es gibt aber noch eine andere Deutung: Siefenwang könnte auch mit den Personennamen „Siffo“ (Kosenamen zu Siegfried) zusammenhängen.

Über den Ursprung klärt uns eine Urkunde aus dem Kloster Ursberg auf: „Es sei allen bekannt, daß  ein gewisser Gospert und sein Vater Meriboto ihr Hofgut, das sie zu Siphenwank besassen, den Brüdern zu Ursberg zu ihrem Gebrauch geschenkt haben“. Über die beiden Männer ist nichts Näheres bekannt.

1231 wird Siefenwang der Schirmburg Zusameck zugeteilt, die hier die Vogtei, den Kirchensatz und das Gericht zu Lehen hatte. Die „Fischenz“ (Fischereirecht) gehörte zu Hattenberg.

Nach 1420 kam Siefenwang zum Domkapitel nach Augsburg.

Bereits 1605 besaß auch das Spital zu Dinkelscherben Zehnte und Gilden in Siefenwang

Bis zur Zehentablösung 1848 hatten die Siefenwanger Bauern den größten Teil ihrer Abgaben in Ried und Agawang abzuliefern; so bezog z.B. die Pfarrei Ried den Großzehnt von 24 Jaucherten im Weilhardtfelde zu Siefenwang. Der Wald (Auwald) gehörte dem Domkapitel und ging bei der Säkularisation an den Staat über, der sich dabei verpflichtete, „den Siefenwangern jährlich ein ziemlich großes Quantum Holz zu liefern“.

Kapelle

Seit alters besitzt Siefenwang eine Kapelle, die 1587 vom Dompropst Wolfgang Andreas Rem neu aufgebaut wurde. Das Deckengemälde „Die Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten“ schuf Johann Scherer im Jahre 1897. Die übrigen Malereien besorgte der Dinkelscherbener Maler Fröschle 1896. Beachtenswert sind die Bilder des Hl. Ulrich und der Hl. Afra von Cornelius Hipp. Zwei alte Votivbilder (von 1713 und 1754) zeugen von der Frömmigkeit der Bürger. Das Votivbild von 1754 wurde 1835 von Kunstmaler Joseph Scherer aufgefrischt. Obwohl Siefenwang zur Pfarrei Oberschöneberg gehört, ist die Kapelle im Besitz der Pfarrei Dinkelscherben.

Der Sage nach stand an dieser Stelle einmal ein Nonnenklösterchen. Ob die Flurnamen „Nonnenäcker“ und „Nonnenmahd“ an der Zusam darauf zurückzuführen sind?

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