MUSEUM IM ZEHENTSTADEL

Scherer-Galerie und Heimatmuseum Reischenau

Die Malerfamilie Scherer


Die Gebrüder Scherer gehören zu den bedeutendsten schwäbischen Malern, deren Arbeiten weit über die heimatlichen Grenzen hinaus bekannt sind. Besonders Joseph, der älteste, darf als einer der tüchtigsten Glasmaler des 19. Jh. angesehen werden. Neben der Glasmalerei schufen die vielbeschäftigten Maler viele religiöse Ölbilder in dem damals üblichen Stil der Nazarener. Viele Genrebilder tragen den Stempel der Romantik aber auch Bilder im Stile des Impressionismus zeugen von der großen Kunst dieser Maler. Nicht zu vergessen, dass vor allem Joseph Scherer auch die große Kunst der Freskenmalerei beherrschte, wie die im Auftrag König Ottos von Griechenland in der königlichen Residenz zu Athen geschaffenen Bilder beweisen. Nach dem Tod des Bruders Leo 1876 löste Joseph Scherer 1879 seine Glasmalerwerkstatt in München auf und kehrte mit seinem Bruder Alois nach Ettelried zurück. Dort erbauten sie dieses repräsentative, mit Fresken geschmückte Wohnhaus mit Atelier, dessen Giebel einem gotischen Altaraufbau nachempfunden ist.

 

Joseph Scherer (1814–1891)

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Joseph Scherer besuchte mit Unterstützung des Freiherrn von Schnurbein im Alter von 14 Jahren die Kunstschule in Augsburg und studierte an der Kunstakademie in München. Unter Wilhelm Vörtl erlernte er die Glasmalkunst. Mit Kopieren alter Meister auf Glas verdiente er sein Studium. Nachdem er finanziell unabhängig war, ließ er auch seine Brüder Alois und Leo in München studieren, später auch seinen Neffen Johann.

Seine Kunstreisen führten ihn über Deutschland hinaus nach Tschechien, Ungarn, Griechenland, Kleinasien, Malta, Italien, in die Schweiz und die Niederlande.

Joseph Scherer malte Genrebilder, Fresken und Altarbilder, widmete sich aber nach seinem großen Erfolg in Stuttgart hauptsächlich der Glasmalerei, die ihm Aufträge in Deutschland, Europa und Amerika verschaffte. Nach der Fertigstellung der ersten drei Glasfenster in der Stuttgarter Stiftskirche gründete er mit seinen Brüdern in München 1853 eine eigene Glasmalerwerkstatt, die er bis zum Tode seines Bruders Leo 1876 betrieb.

Joseph Scherer gilt als einer der bedeutendsten Glasmaler des 19. Jahrhunderts.

 

Alois Scherer (1818–1887)

Alois Scherer war in der Glasmalerwerkstätte seines Bruders tätig, malte aber auch selbstständig Genrebilder und religiöse Darstellungen.

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Leo Scherer (1827–1876)

Leo Scherer fertigte ebenfalls Genrebilder und religiöse Darstellungen. Auch er arbeitete in der Glasmalerwerkstätte seines Bruders mit. Sein großes Können stellte er bei der Reparatur der durch Hagelschlag 1863 zerstörten Glasfenster des Augsburger Domes unter Beweis.

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Sebastian Scherer (1823–1873)

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Sebastian Scherer, ebenfalls ein Bruder, sorgte für den reibungslosen Ablauf der Tätigkeiten in der Malerwerkstätte und betätigte sich bei den Glasfenstern als Ornamentenmaler.

 

 

Johann Scherer (1859–1934), Neffe

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Johann Scherer war Schüler seines Onkels Joseph und besuchte auf dessen Kosten die Kunstgewerbeschule in München. Er malte viele Porträts und Genrebilder. Viele seiner Bilder erinnern an Spitzweg. Ihm verdanken wir sehr viele Darstellungen der schwäbischen Tracht aus dieser Zeit. Darüber hinaus zieren viele seiner Bilder die Kirchen der näheren und weiteren Umgebung. In den letzten Jahren seines Onkels Joseph war er diesem bei der Herstellung von Glasfenstern behilflich.

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